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Cassetten Radio

Radio war und ist ein sehr spannendes Medium, zumal man es sehr gut nebenbei wahrnehmen kann, also nicht ständig sich darauf konzentrieren muss, und andererseits die Produktion sehr viel einfacher ist, als etwa für den Film oder für das Fernsehen. Man braucht lediglich Mikrofone und entsprechende Aufnahmegeräte.

Aufgrund etliche Diskussionen über den Hörfunk entstand Ende 1983 die Idee, selber ein Radioprogramm so entwickeln. Allerdings ohne Sender. So wurde beschlossen, jeden Monat eine 90-minütige Sendung auf (damals sehr gebräuchlich) Cassetten zu produzieren und dabei alle Möglichkeiten des Hörfunks, also auch des Hörens zu nutzen.

Im Januar 1984 wurde die erste Produktion von „Cassetten Radio“ produziert, und monatlich erschienen ein neues Programm. Diese Cassetten konnte man abonnieren, allerdings musste man, um gewissermaßen die Vergänglichkeit des Hörfunks zu dokumentieren, jeweils die Cassette des vergangenen Monats zurücksenden, um die jeweils aktuelle zu erhalten.

Redaktionell betreut wurden diese Sendungen wesentlich von Sabine Guckel, Gundolf Holfert, Emilio Winschetti, Uta Brandes und Michael Erlhoff – anfänglich waren außerdem Astrid und Peter Wolf beteiligt, die auch das Plakat und insgesamt das Erscheinungsbild von „Cassetten Radio“ entwarfen.

Außerdem wurden etliche Menschen um Beiträge gebeten, und selbst bei der Moderation – die versuchshalber sehr experimentell ablief: im Auto, hüpfend, im Ruderboot etc. und teilweise stereophon dreisprachig aufgenommen wurde – beteiligten sich gelegentlich auch andere Autorinnen und Autoren. Das ganze verlief über zwölf Monate – leider jedoch sind nicht mehr alle Cassetten auffindbar, die vorliegende Sammlung stellt nur einen Teil der gesamten Sendungen dar.

Immerhin übernahmen der Bayerische Rundfunk und die Schweizer Rundfunkgesellschaft jeweils 60 Minuten aus dem Programm und bezahlten dafür sogar.

Zu den Autorinnen und Autoren gehören, wie Sie gleich wahrnehmen können, unter anderem: Rotraut Pape und andere aus der Gruppe „Ruskin Stichting“ , Georg Jappe, (…).

 

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