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„Unternehmenskultur und Stammeskultur“

Wahrscheinlich 1988 veranstaltete der „Rat für Formgebung“ nachmittags in seinen Räumen eine intensive Konferenz zu diesem Thema und am Abend desselben Tages dazu eine öffentliche Veranstaltung in der „Schirn“ in Frankfurt. Moderiert wurde dieser Abend von Uta Brandes und Michael Erlhoff, Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren unter anderem: Silvia Bovenschen, Jochen Gerz, Mario Erdheim, Alfred Krovoza, Anke Martini, Karla Fohrbeck, Klaus Lehmann und einige hochrangige Vertreter von Unternehmen. Außerdem trug der Hamburger Schriftsteller Schuldt eine Kurzgeschichte vor und trommelte ein Musikprofessor aus Nigeria.

Inmitten der Aufnahme hört man neben einigen Pausen merkwürdige Aussteiger-Texte – Teil einer zuvor nicht als solche angekündigten Performance von Jochen Gerz: unbemerkt verhüllte er sich auf dem mittleren Podium unsichtbar und leuchtete lediglich mit einer grellen Taschenlampe in das Publikum, blieb an einer Person hängen, diese Person wurde sehr groß auf eine Leinwand projiziert, und alle meinten, zumal sich diese Personen dagegen wehrte, dies sei diejenige, die den Text spräche; tatsächlich geriet dies angesichts eines sehr wirtschaftsorientierten Publikums zu einer Art von Skandal und verließen viele dieser Leute darauf hin den Saal – und Michael Erlhoff wurde als Leiter des „Rat für Formgebung“ sofort vom Bundesministerium für Wirtschaft vorgeladen und offiziell gerügt.
Wichtig auch noch für diese öffentliche Veranstaltung: die drei Podien waren jeweils rund, nämlich geliehen von Mercedes-Benz, sodass man wirklich von „Round Table“-Diskussionen sprechen konnte, und Michael Erlhoff verfügte über einen Schalter, diese Podien jeweils in Drehung zu versetzen.
Übrigens erschien zu diesem Thema anschließend auch ein Buch.

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Teil 4: