be//LOG, dumme Wörter
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Meinung

Ständig finden Meinungsumfragen statt, und sehr gerne sprechen die Menschen im Alltag davon, dass sie irgendetwas „meinen“. Womit sich sowohl die Auftraggeber und Adressaten solcher Umfragen als auch diejenigen, die da meinen, stets zufrieden geben. Als hätten sie gewissermaßen Wahrheit oder zumindest soziale Prozesse verstanden.

Übersehen wird dabei sehr deutlich, dass solches Meinen – wie schon der Philosoph Hegel um 1800 beschrieb – ja kein „Deinen“ bedeutet;, und „Meinung“ eben keine „Deinung“ sei. Denn zweifellos formuliert jenes „mein“ bloß eine persönliche Besitzanzeige. Ich meine, was mein ist. Also Privatsache. Und nur als solche marginal relevant für gesamtgesellschaftliche Prozesse. Meine Meinung ist ausschließlich meine Meinung – und wenn die abgefragt wird, dann versammelt man einen Haufen privater Besitztümer. Nur findet man nichts, was den Diskurs anregen könnte. Was ich meine, steht nicht zur Disposition, da ausschließlich ich darüber verfüge.

Zugegeben, auch der andere häufig gehörte Satzteil „Ich glaube“ vermittelt nicht viel mehr, ist gewissermaßen ebenso Privatsache, eben religiös. Darüber kann man ebenfalls nicht hilfreich debattieren.

Bliebe als die überzeugendere Variante: „Ich denke“. Dies stellt sich der Diskussion und teilt mit, dass es diskutabel ist. Denken wir.

 

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