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„Im neunzehnten Jahrhundert haben die Deutschen ihren Traum gemalt, und es ist allemal Gemüse daraus geworden. Die Franzosen brauchten nur Gemüse zu malen, und es war schon ein Traum.“

Fast schon ein Klassiker. Und welch ein Künstler(alp)traum (besonders für deutsche) Maler. Vor allem aber ein Exempel, wie die dialektische Methode sich auf sprachlich eleganteste Art und Weise anwenden und handhaben lässt. Erst das Ganze ist ja das Wahre (auch wenn Adorno dem ebenfalls eine Antithese entgegengeschleudert hat). Die These (Träume malen führt zu nichts) wird durch die Antithese ergänzt (Gemüse ist (gemalt) allein schon ein Traum).

Weil das Einzelurteil in seiner Isoliertheit nicht absolut wahr und nicht absolut falsch ist, und weil die Wahrheit eigentlich nichts anderes ist als der Weg, der durch die Falschheit der Einzelurteile hindurchführt. Woraus auch folgt: Deutsche und Franzosen haben es nicht immer leicht miteinander gehabt.

(Minima Moralia, 29, S. 55)

gefunden und kommentiert von Thomas Wagner

 

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